Erste Tour de Suisse mit frisch gekauftem Landrover Defender 110 V8 Benzin

Endlich ist es soweit wir konnten unser Landrover Defender in Zürich (Adliswil) abholen. Mit einer 4-Tages Autonummer (AI 461) und einer ersten Betankung für Fr 66.75 Machten wir uns auf den Weg über ein verlängertes Wochenende mit unserem V8 Powermobil. Nach einem Spontanen Kurz-Besuch bei Stüdel in Zürich-City und anschliessender Weiterfahrt Richtung Luzern, wobei wir auf dem Hirzel-Pass einer kleinen Kiesstrasse in ein schönes Waldstück folgten, um zu übernachten.

Ein neuer Tag beginnt, nach der ersten Übernachtung in unserem Benziner. Gut erholt geht es mit neuer Abenteuerlust weiter Richtung Luzern. In Luzern machten wir einen kurzen Halt um das Wichtigste einzukaufen. Essen und was zu Trinken kauften wir in der Migros. Dabei kam uns die geniale Idee, dass wir einen guten Freund im Tessin besuchen könnten. Wir telefonierten mit Thoma und verblieben, dass wir bis am Abend bei ihm eintrudeln um eine Bruzelsession (= Grillabend) zu machen.

Nach Luzern machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Tessin, wobei wir an dem Strassenrand ein Landrover entdeckten der bei uns auch mächtig Eindruck machte. Der hatte ziemlich grosse Finken (=Pneus) auf seinen Felgen, daher erschien er noch Gewaltiger und Brachialer.

Wir fuhren Weiter Richtung Simplonpass, als uns auf einmal ein Polizei Subaru Geländewagen hinterher schlich. Nach vergnügtem belächlen und Witzereissen über die Bullen, kam es dann soweit, dass Sie uns anhielten um eine Ausweiskontrolle zu machen, wahrscheinlich gefiel Ihnen die mit Kabelbinder befestigte Autonummer nicht. Nach einem kurzen Gespräch mit der Bullerei konnten wir guten Gewissens weiterfahren. Sie hatten uns sogar noch einen schönen Platz empfohlen um das Mittagsmahl zu uns zu nehmen.

Als wir an dem Weg, der zu dem beschriebenen Platz führt, angekommen sind sahen wir einen Ticketautomaten, wo man für die Strassenbenützung ein Ticket von Fr 10.00 lösen müsste. Da uns die Pozilei ausdrücklich gesagt hat, dass wir kein Ticket lösen müssen, da Wintersaison sei haben wir natürlich kein Ticket gelöst. Kurz nach dem ersten halt an einem gemütlichen Plätzlein fuhr ein Auto langsam auf uns zu mit einem alten Bauer und seiner Frau. Man sah es ihm schon von weitem an, dass er uns nicht mochte.

Als er bei uns war kurbelte er die Scheibe hinunter und fragte uns genervt ob wir ein Ticket haben. Wir verneinten und erzählten ihnen die Geschichte mit der Polizifizei. Natürlich wollten sie das Geld von uns, sodass wir nach heftiger Diskussion bereit waren trotzdem ein Ticket zu lösen, sprang ich zu dem Ticketautomaten, welcher 10 Franken in münz von mir wollte, welches ich natürlich nicht bei mir hatte, nur so um die 8,50 kratzte ich zusammen, da der Bauer mit dem Auto beim Automaten anhielt um mich zu kontrollieren wie ich ein Billet kaufte, fragte ich nach, ob er nicht wechseln könne, was er stinksauer verneinte, sodass ich gezwungen war nochmals zurückzuspringen um Kleingeld zu holen, welches wir nicht hatten…

Wir beschlossen also so schnell wie möglich zu essen und danach weiter zu fahren. Nach einem fast food Mittagessen, ging’s weiter mit fast leerem Tank über den Simplonpass. Die Tankanzeige stand immer auf Reserve und wir fragten uns ständig was wir machen sollten falls wir mitten in den schmalen Strassen stehen bleiben.

Jedoch schafften wir es nach langem Gezitter zu einer Tankstelle namens Ruedi Rüssel, welcher uns zu einer Betankung unseres Land Rovers verhalf. Auf der Autobahn natürlich ohne Vignette ging es weiter Richtung Brisago, das wir um 19.10Uhr erreichten. Nach einem Friedlichen Grillabend und ein paar Bieren usw. ging’s dann ab ins Bett.

Neuer Tag neues Glück. Um 12.13 Uhr machten wir uns nach einem perfekten Frühstück weiter auf den Weg Richtung Maggiathal. Von dort wir weiter auf einer alten nicht bekannten Militärstrasse über einen Berg wollten, wobei wir nicht wussten was auf uns wartete. Wir waren jedoch zuversichtlich und machten uns bereit zum ersten mal die Untersetzung einzuschalten und zu quälen.

Leider standen wir kurz vor beginn der alten Militärstrasse und nach einer 2 Stunden fahrt vor einer abgeschlossenen Schranke mit der Aufschrift gesperrt wegen Überwinterung. Das war ja wohl eine ziemlich grosse Enttäuschung, welche wir am Anfang einfach umfahren wollten. Nach kurzem halt und schnellem Beinevertreten beruhigten wir uns und nahmen es locker schliesslich mussten wir mit umkehr rechnen. Also kehrten wir enttäuscht um.

Nach kurzer Fahrt hielten wir an einem Stausee an und kochten etwas zu essen. Als die Sonne hinter den Bergen verschwand und uns nur Schatten statt wärmende Sonnenstrahlen zur Verfügung stand beschlossen wir weiterzufahren. Also ging`s weiter “back to Brisago“. Danach hielten wir Richtung Trun (ein kleines Kaff im nirgendwo). Wir suchten Offroad-wege um erste Erfahrungen neben der Strasse zu sammeln.

Als wir endlich irgendeinen Veloweg abcheckten und ich stolz in einem Bachbeet entlang fuhr passierte das unvorhersehbare. Ein spitzer pyramiden ähnlicher Stein bohrte sich durch einen unserer gut erhaltenen BF Goodrich (=Pneu) und verursachte somit schnell einen Platten. Ich fuhr aus dem Bachbeet und hörte nur ein Geräusch. Wir sprangen gleich aus dem Wagen und bemerkten eine Platte. Gott sei Dank hatten wir noch ein Ersatzrad mit Felge auf der Motorhaube und den Hi-jack den wir um Haaresbreite fast nicht mitgenommen haben. Nach erstem Radwechseln machten wir ein Fahrerwechsel und suchten mit 3 All Terrain Pneus und einem Sandreifen einen ruhigen Platz zum übernachten.

Im dunklen und nach ein paar nichterfolgreichen versuchen fanden wir einen Platz den unseren Ansprüchen entsprach. Wir bereiteten uns ein Abendessen und warfen uns todmüde in den Heckbereich des Landrovers um langsam aber sicher einzuschlafen.

Morgenstund hat gold im mund heisst es doch so schön, Statt Gold hatten wir jedoch nur ein schlechten Geschmack im Mund. Die Scheiben vom Landrover waren angelaufen, so dass ich das Scheiss Wetter nur durch die herrschende Kälte erahnen konnte. Raus aus dem Schlafsack und schnell rein in die Kleider. Nach dem Öffnen der Hecktür erblickte ich das schon erahnte. Nebel schränkte unsere Aussicht ziemlich stark ein, so dass wir zuerst kaum sahen wo wir eigentlich gelandet waren.

Nach kurzer zeit wurde es jedoch klarer, sodass wir eine Burgruine entdeckten, in deren nähe wir übernachteten. Nach einem Tee machten wir uns weiter Richtung Trimmis von wo aus wir einen Pass namens Kunkel überqueren wollten. In Trimmis angekommen wendeten wir uns an ein älteren Herren, der sich mit der Überquerung des Passes sicherlich auskennen sollte. Er wies uns darauf hin, dass wir eine Bewilligung einholen müssen um den Pass zu überqueren.

Kurz vor Mittagspause trafen wir in der Gemeindekanzlei ein um eine Bewilligung einzuholen die uns so um die 15 Franken kostete. Erwartungsvoll bogen wir auf den Weg ab, der uns auf den Kunkelspass führen sollte. Das war wohl der beste Weg den wir fanden, um unseren Offroad-ansprüchen gerecht zu werden. Im 2ten Gang mit Untersetzung fuhren wir eine ziemlich krasse recht steile Kies-Strasse hinauf. Als wir nach einer spannenden Fahrt voller überwältigenden Gefühlen auf der Passhöhe ankamen genehmigten wir uns erstmals im Restaurant ein kaltes Getränk. Wir plauderten über den unvorstellbaren weg den uns auf den pass geführt hat tankten ein wenig Sonne mit wunderschöner Panoramaaussicht.

Danach fuhren wir noch wenig weg von dem Restaurant und kochten uns etwas um Mittag zu essen. Mit vollem Magen fuhren wir den Pass hinunter und machten uns auf den Nachhauseweg. Natürlich nutzten wir noch jedes kleine Kiessträsslein um noch ein wenig Spass zu haben. Danach hiess es eigentlich nur noch Autobahn fahren, damit wir noch vor Nachteinbruch nach hause kamen.

Alles aus dem Landrover ausladen und erstmals den Offroader bei Swini deponieren. Samuel kam zu mir um Fotos von unserem Powermobil zu machen. Wir wollten für uns ein Vorher/Nachher vergleich vom Landrover anfertigen, um unsere schon fast wahnsinnigen Umbauten festzuhalten. Nach einer kurzen Fotosession machte sich Swini wieder auf den Rückweg da wir die gelöste Nummer abgeben mussten.

Die ersten Erfahrungen und eindrücke haben wir bereits gesammelt und es freut uns immer mehr auf die eigentliche Reise…

2 Responses to “Erste Tour de Suisse mit frisch gekauftem Landrover Defender 110 V8 Benzin”

  1. Ernie Völlm

    Sämi, hättest auch kurz bei mir reinschauen können! Habe das Geschäft ja in Adliswil … Freut mich aber trotzdem, mal wieder von dir zu hören. War übrigens in den Herbstferien in Sharm bei Heinz.

  2. Simonius

    Finde den Blog klasse und lese ihn immer wieder gerne, hoffe es folgen noch weitere beitraege
    viele gruesse

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